Rost beim TÜV? Auto retten und HU bestehen 2026
Rost beim TÜV? Auto retten und HU bestehen 2026
Durchgefallen beim TÜV wegen Rost? So rettest du dein Auto 2026 in Deutschland, statt es zu verschrotten
Die Hauptuntersuchung (HU), im Alltag meist einfach „TÜV“ genannt, war für viele Jahre für die meisten Autofahrer eher eine nervige Formalität. Man fährt hin, bekommt die Plakette und denkt zwei Jahre lang nicht mehr darüber nach. In den letzten Jahren hat sich das jedoch deutlich verändert: Die HU ist strenger geworden, Mängel werden genauer dokumentiert – und Rost am Fahrzeug kann heute sehr schnell das Aus für die TÜV-Plakette bedeuten.
Wenn du gerade frisch aus der Prüfstelle kommst und auf dem Bericht „erhebliche Mängel“ oder sogar „gefährliche Mängel“ wegen Rost an tragenden Teilen liest, ist der Schock groß. Aber auch wenn die Plakette verweigert wurde, musst du dein Auto nicht sofort aufgeben. In diesem Ratgeber erklären wir dir, wie die HU in Deutschland 2026 funktioniert, warum Rost so kritisch ist – und wie du dein Auto mit den richtigen Reparaturen wieder legal auf die Straße bringst, ohne dich finanziell zu übernehmen.
HU in Deutschland 2026: Warum der TÜV bei Rost so streng ist
In Deutschland müssen Pkw bis 3,5 Tonnen:
erstmals nach 3 Jahren zur Hauptuntersuchung (bei Neuwagen),
danach alle 2 Jahre zur regelmäßigen HU.
Dabei prüfen Prüforganisationen wie TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS nicht nur Bremsen, Lenkung, Beleuchtung und Abgasanlage, sondern auch Karosserie und Unterboden. Denn Rost ist nicht nur ein optisches Problem, sondern kann ganz konkret:
die Stabilität der Karosserie schwächen,
Aufnahmepunkte von Fahrwerk, Lenkung und Achsen angreifen,
die Wirkung von Airbags und Sicherheitsgurten beeinträchtigen.
Deshalb wurden die Mängelkategorien klar definiert:
Geringe Mängel (GM) – du bekommst die Plakette, musst die Mängel aber zeitnah beheben.
Erhebliche Mängel (EM) – keine Plakette, Nachprüfung innerhalb eines Monats.
Gefährliche Mängel (VM) – das Fahrzeug gilt als verkehrsgefährdend, es gibt ebenfalls keine Plakette und nur noch eingeschränkte Fahrtmöglichkeiten (maximal direkt nach Hause oder in die Werkstatt).
Vor allem Rost an tragenden Teilen, also Längsträgern, Schwellern, Federaufnahmen, Achsaufnahmen oder am Bodenbereich mit Gurthalterungen, landet fast immer bei EM oder VM.
Digitaler HU-Bericht und ZFZR: Alles ist gespeichert
Früher war der TÜV-Bericht ein Zettel, der im Handschuhfach vergilbt ist. Heute ist das anders: Die HU-Daten landen im Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR) beim Kraftfahrt-Bundesamt.
Wichtige Punkte:
Die Prüforganisation übermittelt das Ergebnis der HU elektronisch an das KBA.
Bei Online-Zulassung (i-Kfz) wird automatisch geprüft, ob eine gültige HU vorliegt.
Seit Ende 2025 gibt es zusätzlich den Digitalen Untersuchungsbericht (DUB), der per QR-Code oder Link abgerufen werden kann – mit allen dokumentierten Mängeln.
Für dich heißt das: Das Ergebnis der HU ist transparent dokumentiert. Werkstatt, Käufer und Behörden können nachvollziehen, ob und welche Mängel festgestellt wurden – und ob sie behoben wurden. „Mal eben schnell eine Plakette holen, obwohl der Unterboden durch ist“, funktioniert in diesem Umfeld praktisch nicht mehr.
Was steht auf dem HU-Bericht? Von „geringen“ bis „gefährlichen“ Mängeln
Dein HU-Bericht entscheidet über das Schicksal deiner Plakette. Kurz zusammengefasst:
1. Ohne Mängel oder nur geringe Mängel (GM)
Die HU-Plakette wird zugeteilt.
Geringe Mängel müssen zwar behoben werden, sie sind aber kein Grund für eine Nachprüfung.
Typischer Fall: leichte Oberflächenkorrosion, kleine Undichtigkeiten oder optische Mängel, die die Verkehrssicherheit nicht direkt beeinträchtigen.
2. Erhebliche Mängel (EM)
Es gibt keine Plakette.
Du musst innerhalb von einem Monat zur Nachprüfung.
Die Nachprüfung kann bei der gleichen oder einer anderen Prüforganisation stattfinden.
Rost in tragenden Teilen – z. B. durchgerostete Schweller, stark angegriffene Längsträger oder Teile des Bodens – fällt in der Regel in diese Kategorie.
3. Gefährliche Mängel (VM)
Der TÜV-Ingenieur stellt fest, dass das Fahrzeug eine akute Verkehrsgefährdung darstellt.
Es gibt keine Plakette, und auf dem Bericht steht üblicherweise, dass nur Fahrten zur unmittelbaren Behebung der Mängel erlaubt sind (also nach Hause oder in die Werkstatt).
Auch hier gilt: Nachprüfung innerhalb eines Monats.
Wird die Ein-Monats-Frist überschritten, ist eine vollständige neue HU fällig – mit den entsprechenden Kosten.
Ein Monat Zeit: Dein persönliches „TÜV-Countdown“
Ab dem Tag der nicht bestandenen HU läuft die Uhr: Du hast einen Monat Zeit, um die Mängel zu beheben und zu einer Nachprüfung zu fahren. Wird diese Frist verpasst:
ist eine komplette neue HU notwendig,
es können zusätzlich Verwarn- oder Bußgelder drohen, wenn du mit abgelaufener HU unterwegs bist.
Gerade bei umfangreichen Rostarbeiten ist dieser Zeitraum oft knapp. Schweißarbeiten, Reparaturbleche, eventuell Lackierung – das braucht Zeit. Deshalb solltest du nach einer durchgefallenen HU:
Sofort mit der Werkstatt sprechen oder einen Karosseriespezialisten suchen.
Reparaturteile (Reparaturbleche, Schweller, Radläufe etc.) sofort bestellen, um Lieferzeiten zu vermeiden.
Einen Termin für Nachprüfung möglichst frühzeitig planen.
Je besser du das organisierst, desto geringer ist das Risiko, dass die Frist verstreicht und du noch einmal die komplette HU zahlen musst.
Rost ist nicht gleich Rost: Wann der TÜV streng wird
Auch in Deutschland gilt: Nicht jeder Rostfleck ist ein Drama.
Unkritisch: Oberflächliche und optische Korrosion
Flugrost auf Fahrwerksteilen
leichte Rostansätze an Auspuffanlagen
kleine Blasen an Radläufen oder Türen
Das kann als „geringer Mangel“ vermerkt werden oder sogar ohne Beanstandung bleiben, sollte dich aber motivieren, frühzeitig zu handeln, bevor es schlimmer wird.
Kritisch: Tragende Struktur und Sicherheitsbereiche
Hier kennt der Prüfer kaum Spaß:
Schweller und Längsträger mit Durchrostungen
Stark angegriffene Bereiche an Achsträgern, Federaufnahmen, Dämpferdoms
Rost in der Nähe von Sicherheitsgurtbefestigungen oder Crashstrukturen
Abblätternde, großflächige Schichten, unter denen das Metall schon deutlich dünner geworden ist
Solche Schäden gelten schnell als erhebliche oder gefährliche Mängel – insbesondere, wenn der Ingenieur mit Hammer oder Schraubendreher feststellen kann, dass das Blech nachgibt oder bricht.
Deutsche Winter, Salz und versteckte Korrosion
Das Problem ist nicht nur das Alter eines Fahrzeugs, sondern auch das Umfeld, in dem es bewegt wird. Deutsche Winter sind für den Unterboden alles andere als freundlich:
Straßen werden mit Streusalz behandelt, das zusammen mit Feuchtigkeit einen idealen Elektrolyten bildet – perfekt für Elektrolyse und Korrosion.
Schmutz, Salz und Feuchtigkeit lagern sich in Radkästen, Hohlräumen und Spalten ab und bleiben oft wochenlang dort.
In geschlossenen Profilen (z. B. Schwellern) kann sich Wasser sammeln, wenn Ablauflöcher verstopft sind – Rost arbeitet sich dann von innen nach außen vor.
Für den TÜV-Ingenieur sieht man oft zuerst nur „etwas Rost“. Erst wenn er die Stelle reinigt oder mit einem Werkzeug testet, wird sichtbar, dass das Blech bereits massiv geschwächt oder durch ist.
Pfusch mit Schaum und Spachtel – warum das beim TÜV keine Chance hat
In Online-Foren und Videos tauchen immer wieder „Tipps“ auf, wie man Rost „günstig“ kaschieren kann:
Loch mit Bauschaum füllen
Glasfasermatten und Spachtel darüber
schnell überlackieren – sieht doch wieder gut aus?
Das mag für ein Verkaufsfoto reichen, aber nicht für die HU – und erst recht nicht für deine Sicherheit.
Die Probleme:
Der Klangtest
Ein mit Schaum oder dickem Spachtel gefüllter Bereich klingt beim Abklopfen stumpf und hohl – ein geübter Prüfer hört den Unterschied sofort.Magnet & Schichtdicke
Schweißnaht mit dünner Spachtel – okay. Aber 5 mm Spachtelmasse ohne Metall dahinter? Ein einfacher Magnet oder ein Messgerät für Lackschichtdicke verrät den Pfusch.Keine Tragfähigkeit
Schaum, Glasfaser und Spachtel tragen bei einem Unfall keine Kräfte. Beim Seitenaufprall kann die Struktur einfach kollabieren – mit entsprechenden Konsequenzen für die Insassen.Schaum als Wasserspeicher
Viele Schäume sind hygroskopisch, sie ziehen Wasser an und halten es. Damit rostet der letzte Rest Metall noch schneller weg.
Kurz gesagt: Pfusch hilft vielleicht optisch, aber nicht beim TÜV. Werden solche Reparaturen entdeckt, gibt es konsequent keine Plakette, und im schlimmsten Fall verliert die Werkstatt, die so etwas anbietet, ihren guten Ruf.
Reparaturbleche (Reparaturbleche / Reparaturbleche für Schweller & Radläufe): der professionelle Weg
Die einzig sinnvolle Lösung bei ernsthaftem Rost ist: das angegriffene Metall wird herausgetrennt und durch neues Stahlblech ersetzt.
Hier kommen Reparaturbleche ins Spiel:
Sie sind modellbezogen gepresst, passen also zur ursprünglichen Form des Fahrzeugs (Schwellerlinien, Radlaufkonturen, Sicken).
Sie bestehen aus geeignetem Stahl, oft bereits verzinkt oder grundiert, und lassen sich gut schweißen.
Sie sparen dem Karosseriebauer viele Stunden Handarbeit, die er sonst bräuchte, um aus Flachblech annähernd passende Formen zu dengeln.
Vorteile für dich:
Sicherere Struktur – die ursprüngliche Stabilität wird annähernd wiederhergestellt.
Besseres optisches Ergebnis – Schweißnähte lassen sich so verstecken, dass das Fahrzeug auch bei der nächsten HU unauffällig bleibt.
Kostenersparnis – ein fertiges Reparaturblech ist meist günstiger, als viele Stunden „Freiformbau“ aus einfachem Blech zu bezahlen.
Lohnt sich das überhaupt? Ein Blick auf die Zahlen
Ob es sich lohnt, in eine alte, verrostete Karre Geld zu stecken, ist eine berechtigte Frage. Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab:
Allgemeiner Zustand von Motor, Getriebe, Bremsen, Fahrwerk
Kilometerstand und Marktwert des Fahrzeugs
Emotionale Bindung (Youngtimer, Klassiker, Erstauto etc.)
Kosten einer vergleichbaren, rostfreien Ersatzanschaffung
Da die Preise für Gebrauchtwagen und Neuwagen in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind, ist es oft günstiger, eine solide Rostreparatur durchzuführen, statt ein anderes Fahrzeug zu kaufen, bei dem du die Vorgeschichte nicht kennst.
Typische Modelle:
Alles beim Profi machen lassen
Du gibst die HU, die Rostreparatur und die Nachprüfung komplett in Werkstatt- oder Prüforganisationshand.
Du zahlst mehr Arbeitszeit, bekommst aber eine Rechnung und im Idealfall Garantie.
DIY oder Hobby-Werkstatt
Du hast Schweißgerät, Zeit und Lust? Dann können Reparaturbleche und Rostschutz als DIY-Projekt funktionieren.
Wichtig: Du trägst die volle Verantwortung, dass die Schweißarbeiten stabil und fachgerecht ausgeführt sind.
Mischform: Werkstatt + Eigenleistung
Du kaufst die Reparaturbleche und Materialien selbst.
Eine Karosseriewerkstatt übernimmt das Schweißen und die „grobe“ Arbeit.
Nacharbeiten wie Spachteln und Lackieren kannst du ggf. selbst machen.
Gerade die Mischform ist oft ein guter Kompromiss: die sicherheitsrelevanten Arbeiten machen Profis, du reduzierst aber die Gesamtkosten durch Eigenleistung.
Wie läuft eine gute Rostreparatur ab? Kurz erklärt
Auch wenn du selbst nicht schweißt, solltest du wissen, wie eine seriöse Reparatur aussehen sollte. So kannst du Werkstätten gezielt fragen, wie sie vorgehen.
Schritt 1: Freilegen und Beurteilen
Unterbodenschutz, Dichtmasse und Lack werden im betroffenen Bereich entfernt.
Der Karosseriebauer schaut, wie weit der Rost tatsächlich geht – auch hinter sichtbaren Blechen.
Schritt 2: Heraustrennen des Rosts
Alle durchgerosteten oder stark geschwächten Bereiche werden ausgeschnitten.
Es bleiben nur stabile Bleche als Auflagefläche für das neue Reparaturblech.
Eventuelle innere Verstärkungen werden ebenfalls instand gesetzt, nicht einfach „zugeschweißt“.
Schritt 3: Einpassen und Schweißen
Das Reparaturblech wird Stück für Stück angepasst, bis Spaltmaß und Form stimmen.
Geschweißt wird in kurzen Nähten oder Punkten, um Verzug zu vermeiden.
Anschlussnähte können als Stumpfnaht oder Überlappung ausgeführt werden – je nach Originalkonstruktion.
Schritt 4: Korrosionsschutz und Versiegelung
Jetzt entscheidet sich, wie lange die Reparatur hält:
Schweißnähte und blankes Metall werden gründlich gereinigt.
Es folgt eine Epoxy-Grundierung, die deutlich besseren Rostschutz bietet als einfache Acrylgrundierung.
Fugen und Übergänge werden mit Karosseriedichtmasse abgedichtet.
Außen wird gespachtelt, geschliffen und lackiert.
Im Hohlraum wird reichlich Hohlraumwachs oder Rostschutzöl eingebracht, damit Feuchtigkeit keine Chance hat.
Zum Schluss werden Ablauflöcher kontrolliert, damit sich kein Wasser in Schwellern oder Trägern staut.
Fazit: Durchgefallen beim TÜV ist nicht das Ende – wenn du richtig reagierst
Die HU in Deutschland ist 2026 strenger, digitaler und transparenter als früher. Rost, insbesondere an tragenden und sicherheitsrelevanten Bauteilen, wird konsequent als erheblicher oder gefährlicher Mangel eingestuft. Pfusch mit Schaum und Spachtel bringt nichts mehr – weder beim TÜV noch in Sachen Sicherheit.
Aber:
Eine negative HU wegen Rost bedeutet nicht automatisch das Ende für dein Auto.
Mit Reparaturblechen von guter Qualität, sauber ausgeführten Schweißarbeiten und konsequentem Korrosionsschutz kannst du die Lebensdauer deines Fahrzeugs deutlich verlängern.
Wenn Motor, Getriebe und Technik noch gut sind, kann eine professionelle Rostreparatur finanziell deutlich sinnvoller sein als ein Fahrzeugwechsel.
Wichtig ist, dass du schnell und strukturiert handelst:
HU-Bericht genau lesen – welche Bereiche sind betroffen?
Fachbetrieb oder Karosseriespezialist ansprechen.
Reparaturbleche und Materialien zügig besorgen.
Innerhalb des Ein-Monats-Fensters zur Nachprüfung fahren.
So wird aus einer zunächst frustrierenden TÜV-Pleite am Ende eine sinnvolle Investition in Sicherheit, Nachhaltigkeit und viele weitere problemlose Kilometer mit deinem Auto.